Hinweis: Diese Seite verwendet Cookies.
Suche

Oder-Suche
Und-Suche
Suche in:
Begriffen
Verwandten Begriffen
Definitionen
Normen

Alle        A - B - C - D - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z


Begriff Beschreibung
Kalibrieren Synonyme: Einmessen
Kalibrieren im Bereich der Messtechnik heißt, die Messabweichungen am fertigen Messgerät feststellen. Beim Kalibrieren erfolgt kein technischer Eingriff am Messgerät. Bei anzeigenden Messgeräten wird durch das Kalibrieren die Messabweichung zwischen der Anzeige und dem richtigen oder als richtig geltenden Wert festgestellt.
Norm: DIN 1319 Teil 1
Kalibrierfunktion Die Kalibrierfunktion (calibration function) ist der funktionale Zusammenhang zwischen dem Erwartungswert einer Messgröße (z. B. Extinktion) und dem Gehalt (z. B. Massenkonzentration). Die Modelle der Kalibrierfunktion werden berechnet und durch statistische Tests betätigt. Die am häufigsten verwendete Kalibrierfunktion ist die Kalibriergerade. Bei bestimmten Analysengeräten und Prüfmethoden ist es empfehlenswert, mit Kalibrierfunktionen 2. und 3. Grades zu arbeiten, die zusätzlich quadratische oder kubische Glieder enthalten.
Kalibrierkurvenverfahren Das Kalibrierkurvenverfahren (calibration curve method) dient zur Berechnung der Nachweis- und Bestimmungsgrenze und ist auf kalibrierfähige Verfahren anwendbar. Es ist in DIN 32645 beschrieben. Dazu wird eine Leerprobe mit möglichst 6 unterschiedlich konzentrierten Kalibrierlösungen aufgestockt. Die Abstände der Konzentrationen sollten möglichst gleich sein und die höchste Konzentration soll die vermutete Nachweisgrenze nicht um mehr als den Faktor 10 überschreiten. Aus der Messreihe wird zunächst auf Linearität geprüft und anschließend die Nachweis- und Bestimmungsgrenze berechnet. Das Kalibrierkurvenverfahren wird auch als indirektes Verfahren (oder indirekte Methode) bezeichnet.
Kalibriermaterial Alle Chemikalien und Materialien, die zur Kalibration einer Prüfmethode dienen
Kalibrierplan Aufstellung aller durchzuführenden Kalibriermaßnahmen (was, wann, wer, wo, wie)
Kalibrierung Synonyme: Kalibration
Definition 1:
Beziehung zwischen den durch ein Messgerät angezeigten Werten und den entsprechenden bekannten Konzentrationen (Mengen) eines Referenzstandards.
Definition 2:
Unter Kalibrierung versteht man
  • in der Analytik die Messung von Kalibrierlösungen, festen oder gasförmigen Standards mit als bekannt vorausgesetzten Gehalten und anschließendem Aufstellen der Kalibrierfunktion. Die Kalibrierlösungen können durch Aufstocken der Leerprobe mit dem gesuchten Bestandteil erzeugt werden.
  • Ermittlung der systematischen Messabweichung einer Messeinrichtung unter vorgegebenen Anwendungsbedingungen ohne verändernden Eingriff in die Messeinrichtung
  • Arbeitsgänge, durch die unter festgelegten Bedingungen die Beziehungen zwischen den durch ein Messgerät oder ein Messsystem angezeigten oder den sich aus einer Materialmessung ergebenden Werten und den entsprechenden bekannten Werten eines Referenzstandards bestimmt werden.

Norm: DIN 1319Teil 1
Kalibrierzertifikat Bescheinigung der Kalibrierstelle, dass der kalibrierte Gegenstand die Anforderungen erfüllt
Klassieren Klassieren heißt, in bestimmter Hinsicht gleichartige Elemente einer Menge den vorgegebenen oder vereinbarten Klassen eines Merkmales zuordnen. Das Festlegen der Klassen und das Feststellen von Häufigkeiten in den Klassen gehört mit zum Klassieren.
Norm: DIN 1319 Teil 1
Kolmogorow-Smirnow-Test Vergleiche: Normalverteilungstest; David-Test; χ2-Test; Shapiro-Wilk-Test;
Statistischer Test zur Prüfung auf Normalverteilung bei kleiner Werteanzahl. Zur Durchführung des Chi-Quadrat-Tests zur Prüfung auf Normalverteilung müssen die Merkmalsausprägungen in Klassen eingeteilt werden. Die Voraussetzung dazu ist, dass genügend Werte (Merkmalsausprägungen wie z.B. Daten, Fallzahlen) vorliegen. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, also die Anzahl der Werte klein, wird als Anpassungstest auf Normalverteilung der Kolmogorow-Smirnow-Test herangezogen. Bei einer kleinen Fallzahl ist eine signifikante Abweichung von der Normalverteilung selten zu beobachten, d. h., die Werte müssen ziemlich “auffällig” sein.
Allgemein testet der Kolmogorow-Smirnow-Anpassungstest eine empirische (kumulierte) Verteilungsfunktion gegen eine (beliebige) Verteilung, deren Parameter vollständig bekannt sein müssen.
Kombinierte Standardunsicherheit Gesamtunsicherheit eines Ergebnisses; zu ermitteln als Quadratwurzel aus der Summe der Varianzen aller Einflüsse:
Uges ist ein Maß für allerlei zufällige Fehler.
Konstanter systematischer Fehler Von der Konzentration des Analyten unabhängiger, konstanter Fehler. Durch Prüfung der Wiederfindungsrate korrigierbar.
Kontrollmaterial Chemikalien und Materialien, die zur Kontrolle einer Kalibration oder eines Messsystems herangezogen werden. Wenn technisch und wirtschaftlich vertretbar, sollen Kalibriermaterial und Kontrollmaterial nicht identisch sein. Ein Kontrollmaterial kann ein (zertifiziertes) Referenzmaterial sein oder selbst hergestelltes (so dass ein bekannter Gehalt des Analyten vorliegt) oder es kann ein Restmuster einer realen Probe sein. Ein Restmuster eines abgeschlossenen Ringversuches kann ebenfalls als Kontrollmaterial verwendet werden.
Korrelation Die Korrelation ist eine statistische Beziehung zwischen zwei oder mehr statistischen Variablen. Wenn sie besteht, ist noch nicht gesagt, ob eine Größe die andere kausal beeinflusst, ob beide von einer dritten Größe kausal abhängen oder ob sich überhaupt ein Kausalzusammenhang folgern lässt.
Korrelationskoeffizient Der Korrelationskoeffizient r (Pearsonscher Korrelationskoeffizient) ist ein Maß für die Stärke eines linearen Zusammenhanges und sagt aus, ob ein linearer Zusammenhang zwischen zwei (oder auch mehreren) Größen existiert. Er kann zwischen +1 und -1 schwanken. r = 1 bedeutet: positiver funktionaler Zusammenhang, r = 0 bedeutet: kein Zusammenhang, r = -1 bedeutet: negativer funktionaler Zusammenhang. Die Berechnung des Korrelationskoeffizienten ist ein rein mathematisches Verfahren. D.h., dass ein akzeptabler Korrelationskoeffizient nicht gleichzeitig bedeutet, dass diese Korrelation auch sinnvoll ist. Zur Beurteilung einer Kalibrierung ist der Korrelationskoeffizient nur bedingt geeignet.
Kritische Differenz Differenz zwischen zwei Analysenwerten, die mit einer vorgegebenen statistischen Sicherheit als signifikant angesehen werden muss.
Kritischer Vergleichdifferenzbetrag Synonyme: kritische Vergleichsdifferenz (früher)
Definition 1:
Betrag, unter dem der Absolutwert der Differenz zwischen zwei unter Vergleichsbedingungen gewonnenen Ergebnissen mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann.
Definition 2:
Der kritische Vergleichsdifferenzbetrag (reproducibility critical difference) ist der Betrag, unter dem oder höchstens gleich dem der Absolutwert der Differenz zwischen zwei Ergebnissen, von denen jedes eine unter Wiederholbedingungen gewonnene Serie von Ermittlungsergebnissen repräsentiert und zwischen denen Vergleichsbedingungen vorlagen, mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann. Beispiele für solche Ergebnisse sind der arithmetische Mittelwert oder der Median einer Serie von Ermittlungsergebnissen, wobei die Serie aus nur einem Ermittlungsergebnis bestehen kann. (DIN 55350 Teil 13)
Norm: DIN ISO 5725
Kritischer Wert der Messgröße yk Der kritische Wert der Messgröße ist der Messwert, bei dessen Überschreitung unter Zugrundelegung einer festgelegten Irrtumswahrscheinlichkeit erkannt wird, dass der Gehalt des Bestandteils in der Analysenprobe größer als derjenige in der Leerprobe ist. Beim Leerwert- und Kalibrierkurvenverfahren ist der kritische Wert der Messgröße die Summe aus Leerwert bzw. Ordinatenabschnitt der Kalibrierfunktion und der Breite des einseitigen Prognoseintervalls.
kritischer Wiederholdifferenzbetrag Der kritische Wiederholdifferenzbetrag (repeatability critical difference) ist der Betrag, unter dem oder höchstens gleich dem der Absolutwert der Differenz zwischen zwei unter Wiederholbedingungen gewonnenen Ergebnissen, von denen jedes eine Serie von Ermittlungsergebnissen repräsentiert, mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann. Beispiele für solche Ergebnisse sind der arithmetische Mittelwert oder der Median einer Serie von Ermittlungsergebnissen, wobei die Serie aus nur einem Ermittlungsergebnis bestehen kann. (DIN 55350 Teil 13)