Temperatur-Änderung – einige Konsequenzen

„Funktionierendes“ Gerät – unterschiedliche Ergebnisse

Temperatur  

Passend zur Jahreszeit hier ein Hinweis bzgl. einer unbeabsichtigten Temperaturänderung. Eine solche ist gerade im Sommer (morgens-mittags) nicht ungewöhnlich. Zu was kann sie u. a. führen?

  • Eine Temperaturänderung beeinflusst in der Regel die Selektivität wesentlich stärker als die Retentionszeit, siehe Abbildung 1. Sogar eine Abnahme der Temperatur um 10 °C führt zu einer Verschiebung der Retentionszeit lediglich von 22,17 auf 22,79 min. Die Selektivität ändert sich dagegen merklich: Antrennung im hinteren Bereich des Chromatogramms und 1 Peak im kritischen Bereich bei 20 °C vs. Basislinientrennung und 3 Peaks bei 10 °C

Abb. 1 Unterschiedliche  Beeinflussung von Selektivität und Retentionszeit bei einer Änderung der Temperatur, Details, siehe Text

  • Die Trennleistung (= Effizienz), also letzten Endes die Peakform, kann sich bei einer Temperaturerhöhung um ca. 4 °C, T1 auf T2, nur minimal (Abnahme der Bodenhöhe an Säule „L-Val-Phase“, Abbildung 2) oder auch merklich verbessern (Abnahme der Bodenhöhe an Säule „L-Pro-Phase“, Abbildung 2). Das Ausmaß ist demnach abhängig – auch von der Säule

 

Abb. 2 Abhängig von der Säule, merkliche oder geringe Verbesserung der Peakform bei einer Temperaturerhöhung, Details, siehe Text

Selbes Gerät, unterschiedliche Ergebnisse

An einem qualifizierten und technisch einwandfreien Gerät ergeben sich womöglich unterschiedliche Ergebnisse; „unterschiedliche Ergebnisse“ kann Änderung der Retentionszeit, der Peakform, der Reproduzierbarkeit der Peakfläche oder auch der Peakform bedeuten. Das kann mit einer unterschiedlichen Arbeitsweise des Gerätes oder unbeabsichtigte Verwendung unterschiedlicher Verbrauchsmaterialien zusammenhängen. Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt:

  • Bei einem Säulenluftofen wird einmal die Arbeitsweise „Ruhluftofen“ und einmal „Umluftofen“ (aktive Umwälzung der Luft) gewählt. Ferner: Es kann schon etwas ausmachen, wo genau im Säulenofen die Säule sich befindet …
  • Einmal wird die Ansauggeschwindigkeit („Aspiration time oder period“) der Viskosität der Probelösung angepasst, einmal nicht
  • Einmal werden Luftblasen verwendet, um eine Peakverbreiterung zwischen Probengeber und Säule zu verhindern, einmal nicht
  • Einsätze („vial oder micro-inserts“) für die vials im Falle von kleinen Injektionsvolumina können unterschiedliche Länge und Durchmesser aufweisen. Vor allem letzterer kann das Entstehen einer Luftblase am unteren Ende und dadurch die Reproduzierbarkeit der Injektion beeinflussen, siehe Abbildung 3. Ein Luftbläschen kann gut mit Hilfe einer Lupe erkannt, ggf. durch kräftiges „Tippen“ mit dem Finger entfernt werden

 

Abb. 3 Unterschiedliche Dimensionierung von „inserts“ kann die Reproduzierbarkeit der Injektion beeinflussen, Details, siehe Text