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Totvolumen

Der Gradient in der HPLC (2)

By Apparatur, B Optimierung, Chromatogramm, Gradient, Monatstipp, Optimierung, Peakverbreiterung, Totvolumen

Säulendimensionen und Totvolumen: Wie beeinflussen sie die Trennung im Gradienten-Modus im Vergleich zu isokratischen Trennungen?

Zusammenfassung:
Isokratische Methoden:
Bei großen Säulenvolumina spielt das Totvolumen eine untergeordnete Rolle, bei kleinen Säulenvolumina (kurze/dünne Säulen) sehr wohl, vereinfacht gesagt: Eine lange/dicke Säule „verzeiht“ eine schlechte Apparatur, eine kurz/dünne tut es nicht.
Gradienten-Methoden:
Das Totvolumen spielt hier kaum eine erwähnenswerte Rolle.

Erläuterungen und Beispiele:

In Abbildung 1 wird eine isokratische Trennung an zwei Hypersil GOLD-Säulen gezeigt; links eine 125 x 4 mm-Säule, rechts eine 50 x 2,1 mm-Säule.

Abbildung 1
Isokratische Trennung an einer großen (links) und an einer kleinen (rechts) Säule, Details, siehe Text

Die Auflösung der fünf Peaks an der kleineren Säule (rechts) ist schlechter, die Peaks sind recht breit. Wir brauchen keine Formeln, um das zu erklären, ein einfacher Zahlenvergleich reicht aus:

– Die große Säule hat ein Säulenvolumen von ca. 1.250 µl, die kleine von ca.139 µl
– Das Totvolumen der Apparatur (Volumen vom Autosampler bis einschließlich
Detektor ohne Säule) betrug hier ca. 80 µl

Das Totvolumen entspricht somit nur ca. 6,4 % dem Säulenvolumen der großen Säule.
Bei der kleinen Säule sind es ca. 58,0 % – und das ist nicht grade wenig …
Halten wir fest: Je kleiner das Säulenvolumen ist, umso kritischer wird bei isokratischen Trennungen das Totvolumen der Apparatur.

In Abbildung 2 ist ein Gradientenlauf mit der kleinen Säule an der gleichen Apparatur zu sehen: Wir erhalten eine fantastische Peakform – trotz des weiterhin vorhandenen recht großen Totvolumens.
Im Gradientenmodus spielt das Totvolumen der Apparatur kaum eine Rolle:
Die während eines Gradientenlaufs immer stärker werdende Elutionskraft (immer mehr % B) sorgt dafür, dass die Moleküle an der hinteren Flanke des Peaks stärker „nach vorne“ geschoben werden als die Moleküle an der vorderen Flanke. Dies wirkt gegen die in Flussrichtung stets zunehmende Bandenverbreiterung aus, Ergebnis: Die zwei Effekte heben sich gegenseitig in etwa auf, die Peaks bleiben beim Gradienten schmal. Das ist auch der Grund, warum beim Gradienten die Peakbreite aller Peaks im Idealfall gleich ist.

 

Abbildung 2
Gradiententrennung mit einer kleinen Säule an einer „schlechten“ Apparatur, Details, siehe Text

Ein zweites, schönes Beispiel von Monika Dittmann, Agilent, dient, um das bereits Vorgestellte noch einmal zu veranschaulichen: In Abbildung 3 oben (A) wird eine isokratische Trennung mit einer 1-mm-Säule gezeigt, hier liegt also ein recht kleines Säulenvolumen vor. Durch eine bewusst falsch angeschlossene Kapillare entstand ein merkliches Totvolumen, die Peaks zeigen ein starkes Tailing. Ohne an der Apparatur etwas zu ändern, wurde mit der gleichen Säule ein Gradient gefahren, Abbildung 3, Mitte (B). Ergebnis: Hervorragende Peakform. Durch eine korrekte Kapillarverbindung und dadurch Eliminierung des Totvolumens ergab sich nun anschließend auch im isokratischen Modus eine sehr gute Peakform, Abbildung 3, unten (C).

 

Abildung 3
Isokratische und Gradienten-Trennungen mit einer 1 mm-Säule mit und ohne merklichem Totvolumen der Apparatur, Details, siehe Text

Eine Bemerkung, bevor wir zum Fazit kommen:
Ich spreche hier vom „Totvolumen“, weil dieser Begriff geläufig ist und als erste Näherung den Sachverhalt genügend gut beschreibt. Genauer müsste man/frau vom Dispersionsvolumen sprechen: Eine lange Kapillare mit einem kleinen Durchmesser mag das gleiche (Tot)Volumen aufweisen wie eine kürzere mit einem größeren Durchmesser. Das Dispersionsvolumen aber, das vom Durchmesser in der 4. Potenz abhängt, ist im ersten Fall viel kleiner. Und da die Peakverbreiterung vom Dispersionsvolumen beeinflusst wird, wäre die Peakform im ersten Fall wesentlich besser.
Schlussfolgerung:
Nehmen Sie lieber eine lange, dünne Kapillare statt einer kurzen, dicken.

Fazit:
Wenn Sie an einer Apparatur ausschließlich im Gradienten-Modus arbeiten, entsteht für „normale“ Fragestellungen kaum Handlungsbedarf bzgl. Hardwareoptimierung – alle Gradienten-Anlagen sind gut genug. Arbeiten Sie an besagter Apparatur auch isokratisch, müssten Sie bei Verwendung von kurzen/dünnen Säulen und kleinen Teilchen evtl. tätig werden, z. B. an dünnere Kapillaren, kleineres Zellvolumen, totvolumenfreie Verbindungen und/oder besseres Design der Detektor-Zelle denken. Sonst verlieren Sie unter Umständen an Trennleistung.

Woher kommt das – weitere Symptome

By A Fehlersuche, Allgemein, Fluss, Injektionsvolumen, Peakverbreiterung, pH-Wert des Eluenten, Totvolumen

Liebe Leser:innen, zunächst wünsche ich Ihnen ein gesundes, zufriedenes und erfolgreiches Jahr 2023. Im letzten HPLC-Tipp des Jahres 2022 hatte ich Ihnen die Kurztabelle „Symptome-Ursachen“ in der Routine-HPLC vorgestellt. In der zusätzlichen Spalte nun „Welches Symptom noch?“ finden Sie weitere Informationen, die man/frau dem Chromatogramm bzw. den Anzeigen am Gerät entnehmen kann. Diese helfen, die jeweilige Ursache(n) noch genauer zu spezifizieren bzw. noch mehr einzugrenzen.   Änderung (Symptom) Ursache(n) Welches Symptom noch? Kommentar ∆ A + ∆ H 1. ∆ Injektionsvolumen 2. Irreversible Adsorption (Physisorption, Memory-Effekt) 3. ∆ Detektor 4. Instabile Probe 5. ∆ pH-Wert 6. ∆ Probekonzentration                 5. ∆ Peakform 1. Neben Luft und verstopfte Nadel durch “Krümmelchen”, auch unpassende Ansaug- und/oder Injektionsgeschwindigkeit 2. … z. B. an einer Stahloberfläche (Stahlkapillare. Metallsiebchen) 3. Schwache Lampe, Belag in der Zelle 5. Eine ungewollte Änderung des pH-Wertes kann die UV-Absorption beeinflussen 6. Organisches Lösemittel kann bei ungekühltem Autosampler aus dem vial entweichen (anreichern der Probe) ∆ H + ∆ tR, A = konstant 1. Eluent 2. ∆ stationäre Phase 3. ∆ Temperatur 1. ∆ P     3. ∆ P Stets: t0 = konstant, bei isokratischen Trennungen in der Regel auch ∆ Peakform…

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Zwei identische Anlagen, isokratischer Lauf, unterschiedliche Ergebnisse – mögliche Ursachen

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Der Fall Sie übernehmen eine isokratische HPLC-Methode; Ihre Anlage ist baugleich mit der Anlage an der die Methode entwickelt worden ist, die Prüfvorschrift ist recht ausführlich. Dennoch gibt es Probleme, z. B. Retentionszeit(en), Peakform- und/oder -fläche ist(sind) unterschiedlich, ferner: Die Säule hält nicht so lang. Was können die Ursachen sein? Die Lösung Erwartungsgemäß gibt es viele mögliche Gründe. Jene können u.a. grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: 1. Es fehlen Details zum Handling bzw. zum Gerät 2. Unterschiede in der Handhabung apparativer „Feinheiten“ Nachfolgend werden einige typische Beispiele für beide Kategorien aufgeführt. Fehlende Detailangaben in der Prüfvorschrift/Methodenbeschreibung ∆ Integrationsalgorithmus, ∆…

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Regulierter Bereich, feststehende Prüfvorschrift, geforderte Auflösung wird nicht erreicht – was ist möglich?

By Apparatur, Auflösung, B Optimierung, Bodenzahl, Einstellparameter, HPLC-Tipps, Injektionsvolumen, Optimierung, Probenlösungsmittel, Totvolumen, Veränderung des Chromatogramms

Der Fall Sie arbeiten in einem regulierten Bereich und sind an strenge Prüfvorschriften gebunden. In einer solchen lautet die Forderung: „Auflösung R größer 1,5“, aber gerade diesen Wert erreichen Sie aktuell nicht. Welche regel-konforme Handgriffe kämen in Frage? Die Lösung Was möglich ist, hängt letzten Endes davon ab, wie genau die Angaben in der betreffenden PV sind. Ist in der Tat restlos alles – von der Eluentenzusammensetzung bis zu den Einstellungen („Settings“) – vorgegeben, so können Sie de facto es nur mit einer neuen Säule versuchen. Ist die PV etwas „weicher“, d.h. es sind nur die wichtigsten Parameter wie Säule,…

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Der RP-Gradient – eine „andere“ Welt…

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Wie kann ich einen Peak „schöner“ machen?

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Das Totvolumen: Wie kritisch ist es wirklich? Und: Ist ein solches „schlimmer“ vor oder nach der Säule?

By Apparatur, C - Einführungen, Überblicke, Routine-Tipps, Wartung, allgemeine Hinweise, Gradient, HPLC-Tipps, Optimierung, Totvolumen

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Peaky und Chromy – die „HPLC-Versteher“? (die Antworten)

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Herzlichen Glückwunsch an Dr. Marcus Hans! Marcus Hans hat die richtigen Antworten geliefert, seine kurzen Erklärungen sind sehr prägnant und werden nachfolgend nahezu wörtlich verwendet: Peaky meint: Das Totvolumen nach der Säule ist wichtiger als vor der Säule, ferner ist bei Gradiententrennungen das Totvolumen der Apparatur viel unwichtiger als das Verweilvolumen.Aussage ist korrekt; das Totvolumen nach der Säule ist viel wichtiger als jenes vor der Säule: So kann die Verbreiterung der Substanzbanden durch eine lange/dicke Kapillare, ein nicht richtig sitzendes Fitting oder ein großes Volumen der Messzelle die in der Säule erfolgte Trennung zunichte machen. Bei Gradiententrennungen dagegen ist das…

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Peaky und Chromy – die „HPLC-Versteher“? (die Fragestellungen)

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By HPLC-Tipps, Peakverbreiterung, Totvolumen, Uncategorized

Resultierender Druck „Fuß“ am Peakende Core Shell (Fused Core)-Material Wann ergibt sich welcher Druck? Bei einer Änderung der Dimensionierung von Säulen bzw. Kapillaren sowie der Teilchengröße ändert sich der Druck. Nahezu alle Hersteller bieten EXCEL-Makros an, mit deren Hilfe der sich ergebende Druck bei einer Änderung von… rechnerisch ermittelt wird. Dennoch möchte ich hier gerne anhand einiger Zahlenbeispiele auf 1-2 Sachen hinweisen, um anschließend zu einem Resultat zu kommen. Merke: Der Druck verhält sich mit der Säulenlänge linear, mit dem Innendurchmesser der Säule sowie dem Teilchendurchmesser quadratisch und mit dem Innendurchmesser einer Kapillare in der vierten Potenz. Das heißt beispielsweise:…

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